Qualität und Zuverlässigkeit

Parylene – Kunststoffschicht mit starken Eigenschaften

4.5.2017

© Foto Fraunhofer ENAS

Parylene schützt unter anderem elektronische Chips vor rauen Umweltbedingungen.

Der Kunststoff Parylene ist ein Polymer mit herausragenden Eigenschaften. Als dünne Schicht aufgebracht, kann Parylene auf einer Vielzahl von Substraten 3D-konform, frei von mechanischen Spannungen und defektfrei bei Raumtemperatur abgeschieden werden. Wichtige Eigenschaften sind optische Transparenz, Biokompatibilität und Biostabilität, chemische Beständigkeit, elektrische Isolation, eine wasserabweisende Oberfläche sowie eine geringe Permeabilität für Gase und Wasser. Damit ergeben sich sehr gute Anwendungsmöglichkeiten, unter anderem bei der Verkapselung von medizinischen Implantaten, MEMS und organischer Elektronik.

Einige Parylene-Typen sind inzwischen nach ISO 10993-1 zertifiziert und gelten als biokompatibel und biostabil. Dies ermöglicht eine Anwendung im medizinischen Bereich. Sie dienen in erster Linie der Vermeidung von wechselseitigen Kontaminationen in Körperflüssigkeiten oder Implantaten. Hinzu kommt, dass Parylene mit gängigen Methoden sterilisiert werden kann, ohne seine Eigenschaften zu verlieren. Durch die chemische Inertheit von Parylene gegenüber aggressiven Chemikalien wie allen gängigen Säuren, Basen und Lösemitteln eignet sich Parylene zudem, die Funktionalität von Bauteilen auch an Orten mit rauen Umgebungsbedingungen langfristig zu gewährleisten. Eindrucksvoll zeigt sich dies an der unterdrückten Korrosion einer mit nur 5 μm Parylene verkapselten Leiterplatte, die einer korrosiven Salzlösung ausgesetzt wurde.

Das Fraunhofer ENAS hat das Ziel, neue Anwendungen für Parylene zu entwickeln, die Optimierung und Charakterisierung der Abscheidung zu verbessern sowie Zuverlässigkeitsuntersuchungen durchzuführen.