Mobility and Urbanization, Sensorik und Sensorsysteme, Qualität und Zuverlässigkeit

Dauerhafte Zustandsüberwachung für Infrastrukturbauwerke

11.5.2017

© Foto MEV Verlag

Infrastrukturbauwerke wie Brücken müssen einiges aushalten: Sie sind Wind und Wetter in besonderem Maße ausgesetzt und haben zudem ein immer höheres Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Zudem erreichen derzeit viele Bauwerke und Infrastrukturelemente ihre projektierten Lebensdauergrenzen und bedürfen einer regelmäßigen Zustandsbewertung, um die sichere Weiternutzung zu gewährleisten. Allerdings ist eine regelmäßige, gründliche Zustandsüberwachung der Viadukte bislang mit einem hohen Zeit- und Personalaufwand verbunden und damit auch kostenintensiv.

Wissenschaftler und Ingenieure des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken haben ein sensorbasiertes System entwickelt, mit dem sich Infrastrukturbauwerke permanent und überdies sehr kostengünstig überwachen lassen. Das Condition Monitoring System »MoniDAQ« besteht aus modularen, energieautarken Sensoren, die an den entsprechenden Infrastrukturen permanent angebracht werden. Sie haben einen äußerst niedrigen Energiebedarf und können unter anderem eine Wirbelstromprüfung, Streuflussprüfung, Neigungsmessung und Ultraschallprüfung langzeitig durchführen und die gesammelten Daten speichern. Diese können jederzeit über Funk ausgelesen werden. Die Stromversorgung erfolgt über eine integrierte Solarzelle.

Die kleinen Elektroniken erfordern weder eine Vernetzung untereinander noch einen Server und erkennen kleinste Veränderungen in der Bausubstanz. MoniDAQ soll ein Jahrzehnt ohne Wartung oder Austausch auskommen. Der Einsatz dieser viel versprechenden Technologie ist dabei nicht auf Infrastrukturbauten beschränkt: Auch bei Liftanlagen, in Rohrleitungssystemen, Druckbehältern oder Ampelanlagen könnten die kleinen elektronischen Helfer künftig für mehr Sicherheit sorgen.