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Fraunhofer-Verbund Mikroelektronik

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17.08.2012 Kategorie: Ausgabe 47, Fraunhofer FOKUS, »Das letzte Wort...«

Das letzte Wort… hat heute Oliver Sawade (Fraunhofer FOKUS)

 

Oliver Sawade. Foto: Fraunhofer FOKUS
Oliver Sawade. Foto: Fraunhofer FOKUS
Oliver Sawade demonstriert das FOKUS-Exponat »Intelligent vernetzte
Elektromobilität« auf der CeBIT 2012. Foto: Fraunhofer FOKUS
Oliver Sawade demonstriert das FOKUS-Exponat »Intelligent vernetzte
Elektromobilität« auf der CeBIT 2012. Foto: Fraunhofer FOKUS

Herr Sawade, woran arbeiten Sie gerade?

Wir beschäftigen uns mit der Fahrzeug-zu- Fahrzeug-Kommunikation, also der digitalen Funkkommunikation, die in der nahen Zukunft in Serienfahrzeuge Einzug halten wird. Auf Grundlage dieser Technologie lassen sich viele neuartige Anwendungen bauen, die das Autofahren demnächst komfortabler, sicherer und effizienter gestalten sollen. Mein persönliches Interesse besteht darin, zu erforschen, inwieweit sich damit auch autonome Fahrerassistenzsysteme erstellen oder verbessern lassen – also Systeme, die aktiv in das Fahrgeschehen eingreifen, um beispielsweise durch eine Vollbremsung Menschenleben zu retten. Das geht dann bis hin zu automatisiertem oder vollautonomem Fahren.

 

Wie haben Sie Fraunhofer als Arbeitgeber für sich entdeckt?

Im Hauptstudium habe ich mehrere Veranstaltungen besucht, die von Fraunhofer-Mitarbeitern gehalten wurden. Bei einer Gelegenheit habe ich mich dann als Student beworben und bin seitdem hier beschäftigt – erst als studentischer, nun als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Mittlerweile halte ich selber ein Seminar an der Uni und kann so den Kreis schließen.

 

Was reizt Sie an der angewandten Forschung?

Gerade im Bereich der Automobilforschung finden sich die – so zumindest meine Meinung – spannendsten Themen in der angewandten Forschung. Die Grundlagen sind mir zu unkonkret und die Serienentwicklung zwischen Regularien und Normen zu festgezurrt. In unserem Bereich kann man relativ schnell neue Ideen ausprobieren und bis zum Prototypen bringen – das fasziniert mich.

 

Was war Ihr schönstes Erlebnis als Forscher?

Es ist immer toll, wenn man in einem Projekt den Teil, den man selbst gebaut hat, in Aktion sieht. Für mich war das bisher die Schlusspräsentation von PRE-DRIVE C2X. In diesem Projekt wurden die Grundlagen für einen großen europäischen Feldversuch gelegt, der beweisen soll, dass Fahrzeug-zu- Fahrzeug-Kommunikation marktreif ist. Relativ kurzfristig haben wir entschieden, dass Fraunhofer auch mit einem eigenen Testfahrzeugteilnehmen soll. Nach vielen Nachtschichten ist unser Fahrzeug dann rechtzeitig fertig geworden und war neben allen großen europäischen Fahrzeugherstellern Teil der Abschlussdemonstration. Der Feldversuch DRIVE C2X ist mittlerweile kurz vor dem Start und Fraunhofer ist wieder mit einem Fahrzeug dabei.

 

Welche Erfindung möchten Sie im Alltag nicht mehr missen?

Ohne Internet wäre es schon wirklich schwer…

 

Was würden Sie gerne im Handumdrehen erlernen können?

Ein Musikinstrument wirklich beherrschen. Was möchten Sie unbedingt noch erreichen oder tun? Hier gehört wohl meine Promotion hin – ansonsten würde ich gerne mal ein vollständig autonomes Fahrzeug mit auf die Beine stellen. In einem »petproject« testen wir autonomes Fahren und kooperative Fahrmanöver mit 1:18 Modellautos – hier können wir schnell viele grundlegende Erfahrungen sammeln und neue Anwendungen testen. Der Schritt ins echte Fahrzeug ist aber natürlich trotzdem ein großer.

 

Welcher Song dürfte auf dem »Soundtrack Ihres Lebens« nicht fehlen?

Zurzeit ganz klar »Budzillus – So viel zu tun«.

 

Und zu guter Letzt. Verraten Sie uns noch Ihr Lebensmotto?

»Den Mutigen gehört die Welt». Ich beziehe das für mich vor allem darauf, Mut für Entscheidungen zu haben.

 

Zur Person:

Oliver Sawade wurde 1980 in Berlin geboren. Er hat an der TU Berlin Informatik mit Schwerpunkt »offene Kommunikationssysteme« studiert. Sein Diplom über Empfehleralgorithmen im IPTV Bereich hat er begleitend zur Arbeit am Fraunhofer FOKUS geschrieben. Nach Gründung der Abteilung »Automotive Services and Communication Technologies« hat er in den Automobilbereich gewechselt und beschäftigt sich seitdem mit Car-2-X Communication, speziell im Kontext aktiver und autonomer Fahrerassistenz. Im Rahmen der Projekte simTD und DRIVE C2X leitet er außerdem die Entwicklung von Tools zur Planung und Durchführung von Feldversuchen. Seit 2009 hält er das Seminar »Autonome Fahrzeuge« an der TU Berlin.

 

Kontakt:

Oliver Sawade
Telefon +49 30 3463-7211
oliver.sawade(at)fokus.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme FOKUS
Kaiserin-Augusta-Allee 31
10589 Berlin
www.fokus.fraunhofer.de