Industrial Automation, Energy Efficient Systems, Sensorik und Sensorsysteme

Lagerboxen – intelligent, effizient und sicher

10.7.2017

Bisher sind Pick-by-Light-Systeme vorwiegend kabelgebunden; das Nachrüsten einzelner Lagerboxen ist umständlich und kostenintensiv. Das Fraunhofer IPMS stellt eine RFID-basierte Lösung vor, die Kommissionierprozesse vereinfacht und Kosten senkt.

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Der Kommissionierer wird Schritt für Schritt geführt, das Lichtsignal informiert schnell und eindeutig über den korrekten Entnahmeort, es müssen keine unnötigen Listen oder Belege ausgefüllt oder mitgeführt werden, die Suchzeit kann so verringert und die Kommissioniergeschwindigkeit gesteigert werden.

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Die Nutzung von passiven, also batterielosen RFID-Sensoren hat den Vorteil, dass für die Nachrüstung einer Box weder Kabel noch Batterien notwendig werden. Bei der Lösung des Fraunhofer IPMS werden zum Beispiel Sichtlageroder Stapelboxen mit passiven RFID-Tags ausgestattet.

Das Dresdner Forschungsinstitut entwickelte dafür eine intelligente Box, die sich mittels RFID-Technologie (engl. radio-frequency identification) identifizieren und ansteuern lässt und ohne eigene Energieversorgung auskommt. Zusätzlich erlaubt ein in den Boden der Box integrierter Wiegesensor eine automatische Verbuchung der Materialentnahme und Benachrichtigung zum Nachfüllen.

Um Kommissionier- oder Montageprozesse zu optimieren, haben sich so genannte »Pick-by-Light«-Lösungen (zu Deutsch etwa »Auswählen durch Lichtanzeige«) etabliert. Umständliche und unübersichtliche Packlisten in Papierform haben damit ausgedient. Mit Start eines Kommissionierauftrages wird der Arbeiter Schritt für Schritt geführt: Ein Lichtsignal informiert schnell und eindeutig über den korrekten Entnahmeort; es müssen keine unnötigen Listen oder Belege mehr ausgefüllt oder mitgeführt werden. Die Suchzeit verringert sich - die Kommissioniergeschwindigkeit steigt. Jedoch sind derzeitige Pick-by-Light-Systeme vorwiegend kabelgebunden; ein Nachrüsten einzelner Lagerboxen ist umständlich und kostenintensiv.

Das Fraunhofer IPMS bietet die Alternative mit RFID-Technologie

RFID-Tags beziehen die für ihren Betrieb benötigte Energie drahtlos aus dem abgestrahlten elektromagnetischen Wechselfeld des RFID-Readers. Sie arbeiten wartungsfrei und haben eine nahezu unbegrenzte Lebensdauer. Die Nutzung von passiven, also batterielosen RFID-Sensoren hat den Vorteil, dass für die Nachrüstung einer Box weder Kabel noch Batterien notwendig werden. Bei der Lösung des Fraunhofer IPMS werden zum Beispiel Sichtlager- oder Stapelboxen mit passiven RFID-Tags ausgestattet. Diese »intelligenten« Behälter können so eindeutig identifiziert und angesteuert werden. Dabei zeigt eine auf dem RFID-Tag integrierte LED durch Aufleuchten die jeweils richtige Entnahmebox an. Gleichzeitig ermittelt die Box mit einem integrierten RFID-Wiegesensor Gewicht und Materialbestand und leitet bei Bedarf einen Nachfüllprozess ein. Die manuelle Ermittlung des aktuellen Bestandes oder die Rückmeldung von Materialentnahmen entfallen.

Customer Evaluation Kits

Die Entwicklung von RFID-Sensorik für intelligente Warenbehälter ist Teil eines Komplettangebots der Möglichkeiten des Fraunhofer IPMS. Um den Nutzen der RFID-Sensor-Technologie für unterschiedlichste Anwendungsfelder zu erproben, bietet das Institut seinen Kunden mit den Customer Evaluation Kits einen Rundum-Service:

• Individuelle Beratung zu RFID-Anwendungen

• Entwicklung von RFID-Schaltkreisen mit einer integrierten Sensor-Bridge, die die Anbindung nahezu beliebiger Sensoren erlauben

• Hardware-Aufbau von Sensor-Transpondern und deren individuelle Anpassungen an spezifische Applikationsszenarien

• Einbindung in existierende Softwaresysteme mit integrierter Datenanalyse und Prozesssteuerung