Das letzte Wort … hat heute Dr. Loreto Mateu vom Fraunhofer IIS

10.6.2019

© Fraunhofer IIS / Paul Pulkert

Dr. Loreto Mateu.

© Fraunhofer IIS / Rida El Ali

Bis 2018 arbeitete Dr. Mateu im Bereich Lokalisierung und Vernetzung des Fraunhofer IIS. Jetzt widmet sie sich der AAC-Gruppe am Institut.

Frau Dr. Mateu, was fasziniert Sie besonders an der Mikroelektronik?

Mikroelektronik ist das Herz komplexer elektronischer Systeme. Sie liefert heute die benötigten integrierten Schaltungen für IoT, Industrie 4.0 oder KI.

Wie würden Sie Ihrer Großmutter Ihre Arbeit erklären?

In der Advanced Analog Circuits (AAC) Gruppe beim Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen beschäftigen wir uns mit miniaturisierten analogen Schaltungen. Diese Art von Schaltungen ermöglichen unter anderem, dass erfasste Sensorsignale ankommen und in der integrierten Schaltung verstanden werden. Bei einem Digitalthermometer wird zum Beispiel die gemessene Temperatur (analoges Signal) als eine Zahl auf dem Display angezeigt.

Und an welchem Projekt arbeiten Sie gerade?

Die AAC-Gruppe arbeitet gerade an den Projekten USeP (Universal Sensor Platform) und OCEAN12 (Opportunity to Carry European Autonomous driviNg further with FDSOI technology up to 12nm node). Hier entwickeln wir mit kleineren Technologien (22nm- und 12nm-FDSOI-Technologie) Analog-Digital-Umsetzer und Back-Bias-Generatoren. Zurzeit bereite ich auch Projektanträge im Bereich neuromorphe Hardware mit analogem Deep-Learning-Beschleuniger vor.

Welches Projekt von Kolleginnen und Kollegen aus einem anderen Fraunhofer-Institut finden Sie besonders spannend?

Ich finde die Entwicklung von nichtflüchtigen Speichern mit FeFETs für neuromorphe Hardware vom Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden sehr interessant. Auch die memristiven Speicher des Fraunhofer-Instituts für Elektronische Nanosysteme ENAS in Chemnitz, die ebenso nichtflüchtige Speicher sind, finde ich sehr spannend.

Welche Erfindung möchten Sie im Alltag nicht mehr missen?

Antibiotika und Impfungen haben viele Leben gerettet und werden dies auch weiterhin tun. Außerdem haben die Wasch- und Spülmaschine unser Leben stark vereinfacht.

Ein Blick in die Zukunft: Was möchten Sie in fünf oder zehn Jahren beruflich oder privat erreicht haben?

Ich finde es nach elf Jahren immer noch spannend, beim Fraunhofer IIS zu arbeiten, und das soll so bleiben. In Zukunft würde ich gerne einige Projekte im Bereich neuromorpher Hardware bearbeiten.

Wenn Sie eine Persönlichkeit – aus der Gegenwart oder Vergangenheit – treffen dürften: Wer wäre die Person und warum?

Ich würde gerne Marie Curie kennenlernen. Ich halte sie für ein Vorbild für Wissenschaftlerinnen. Sie hat den Nobelpreis in Chemie und Physik bekommen, was ich beeindruckend finde.

Welcher Song dürfte auf dem »Soundtrack Ihres Lebens« nicht fehlen?

Es gibt viele, z. B. »Devuélveme la vida« von Malú und Antonio Orozco, »It’s My Life« von Bon Jovi, »Summer of ´69« von Bryan Adams, »Solamente Tú« von Pablo Alborán oder »My Hometown« von Bruce Springsteen.

Und zu guter Letzt. Verraten Sie uns noch Ihr Lebensmotto?

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.

 

Zur Person:

 

Dr. Loreto Mateu erwarb 1999 ihren Bachelor in Industrial Engineering an der Universitat Autònoma de Barcelona. Bis 2002 absolvierte sie ihren Master in Elektrotechnik an der Universitat Politècnica de Catalunya, Spanien. 2009 beendete sie ihre Dissertation zum Thema »Energy Harvesting from Human Passive Power«. Seit 2007 arbeitet sie beim Fraunhofer IIS als wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit 2012 als leitende Wissenschaftlerin in der Abteilung »Leistungsoptimierte Systeme«. Seit 2018 ist sie Gruppenleiterin der Gruppe »Advanced Analog Circuits« in der Abteilung »Integrierte Schaltungen und Systeme«. Ihre Interessen liegen im Bereich Power Management und elektrische Modellierung von elektromechanischen Aktuatoren und neuromorpher Hardware.