Im Kampf gegen gefährlichen Weltraummüll

5.2.2018

© Foto Fraunhofer FHR

Das Weltraumbeobachtungsradar TIRA des Fraunhofer FHR.

Das Fraunhofer FHR hat neue Methoden entwickelt, um die Eigenrotation von beschädigten Satelliten präzise zu ermitteln – und so zukünftige, gezielt herbeigeführte zerstörerische Wiedereintritte defekter Satelliten, sogenannte »De-Orbiting-Missionen«, in die Erdatmosphäre effektiv zu unterstützen.

Die Kontrolle beschädigter Satelliten ist wichtig, da sie als unkontrollierte Objekte im Erdorbit Risiken für die gesamte Raumfahrt darstellen. Seit April 2012 fliegt auch eines der größten Raumfahrzeuge – der europäische Umweltsatellit ENVISAT – manövrierunfähig um die Erde. Daher sucht die ESA zurzeit nach Lösungen, um ENVISAT auf eine tiefere Umlaufbahn zu bringen und in der Erdatmosphäre kontrolliert verglühen zu lassen. Diese De-Orbiting- Mission gelingt nur, wenn zuvor die Eigendrehbewegung des Satelliten korrekt bestimmt wird.

Das Forscherteam des Fraunhofer FHR wird zukünftige De-Orbiting-Missionen durch den Weltraumbeobachtungsradar »TIRA« unterstützen: Die mit TIRA aufgenommenen Radar-Rohdaten von ENVISAT werden mit am Fraunhofer FHR entwickelten und weltweit einzigartigen Methoden prozessiert und im Anschluss ausgewertet. Damit ist es möglich bei Weltraumobjekten Ausrichtung und Eigendrehbewegung zu analysieren, deren langzeitliche Entwicklung belastbar zu prognostizieren und potenzielle äußere Beschädigungen der Satelliten effizient zu untersuchen.