Smart and Healthy Living

Mobiles Ganglabor

14. Juli 2020

Im Projekt »Reha-ToGo« entsteht ein mobiles System zur Beobachtung und Korrektur der Bewegungsabläufe von Patientinnen und Patienten.

© Fraunhofer FHR / Alex Shoykhetbrod
Testaufbauten von Radar-Reader und Tag zum Nachweis des Prinzips im Labor.
© MEV Verlag
Reha-ToGo hilft, Bewegungsfehler frühzeitig zu erkennen und somit langfristigen Schäden vorzubeugen.

Nach einem Unfall, einer Krankheit oder einer Operation schleichen sich oft Bewegungsfehler ein, die unentdeckt langfristige Schäden nach sich ziehen können. Technologien für die Ganganalyse stehen bislang jedoch nur in speziellen Zentren zur Verfügung. Der Zugang ist dadurch limitiert und für viele Praxen nicht erschwinglich. Zudem endet die Überwachbarkeit mit dem stationären Aufenthalt der Patientinnen und Patienten. Die an Reha-ToGo beteiligten Forschenden entwickeln daher eine kostengünstige, mobile und alltagstaugliche Alternative.

Präzise Beobachtung im Alltag durch RFID

Das Reha-ToGo-System misst präzise die Bewegungsmuster von Armen und Beinen. Dazu kommen Radio-Frequency-Identification- Tags (RFID) zum Einsatz. Diese werden einfach in die Alltagskleidung integriert, um die Patientinnen und Patienten nicht einzuschränken. Das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR koppelt gemeinsam mit dem Lehrstuhl für integrierte Systeme der Ruhr-Universität Bochum die RFID-Technik mit hochfrequenten Radarsystemen. Dies ermöglicht es, die einzelnen Tags präzise zu verfolgen. Miniaturlesegeräte lesen die erhobenen Messdaten aus und verarbeiten sie weiter.

Direktes Feedback optimiert Bewegungsabläufe

Die Patientinnen und Patienten bekommen direkt online Feedback zu ihren Bewegungsabläufen und zur Ausführung physiotherapeutischer Übungen, und können diese somit eigenständig verbessern. Parallel dazu kann auch das medizinische Personal die Bewegungsabläufe beobachten und schädliche Gangmuster schnell und zuverlässig erkennen. Dies optimiert die Behandlungsqualität und erhöht zudem die Patientinnen- und Patientensicherheit. Krankenhausaufenthalte können mit Reha-ToGo maßgeblich verkürzt werden, was sowohl die Patientinnen und Patienten als auch das medizinische Personal entlastet.

Das Projekt wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE gefördert.