»Wir sind bereit für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Elektronikforschung«

13. April 2021

Dr. Stephan Guttowski heißt der neue Leiter der gemeinsamen Geschäftsstelle des Fraunhofer-Verbunds Mikroelektronik und der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD). Der langjährige Fraunhofer-Mitarbeiter übernahm die Leitung am 1. Januar 2021. Schon zuvor setzte er sich für die institutsübergreifende Kooperation innerhalb der FMD als Technologiepark-Manager für Heterointegration ein.

© Fraunhofer Mikroelektronik
Mit seinen Kollegen (v.l.n.r.) Dr. Dirk Nüßler (Fraunhofer FHR), Dr. Andreas Grimm und Dr. Patrick Bressler während der letzten FMD Innovation Days am Leibniz IHP.

Dr. Guttowski, Glückwunsch zu Ihrer neuen Position. Wie fühlt es sich an, der Leiter der zusammengelegten Geschäftsstelle zu sein?

Vielen Dank! Es fühlt sich sehr gut an und trotz aller Widrigkeiten zur Bewältigung der Corona-Pandemie blicke ich mit Zuversicht in die Zukunft. Zum einen sind die Fußstapfen, in die ich nun trete, groß: Jörg Amelung und Michael Galetzka haben die FMD in den letzten drei Jahren erfolgreich durch die Aufbauphase geleitet, Patrick Bressler hat in der Nachfolge von Joachim Pelka die Geschäftsstelle des Fraunhofer-Verbunds Mikroelektronik durch diese bewegten Zeiten geführt. Zum anderen steht die gemeinsame Geschäftsstelle vor der Herausforderung, den bisherigen Erfolg fortzuführen und gleichzeitig Synergien für die Fraunhofer- und Leibniz-Institute in der FMD, deren Vertretung wir hier organisieren, in einem nachhaltigen Regelbetrieb zum Wohle aller zu heben.

Woran arbeiten Sie und Ihr Team gerade?

Neben den institutsübergreifenden Projekten, die die Geschäftsstelle koordiniert, sind wir aktuell dabei, unsere Außendarstellung zu schärfen. In wenigen Tagen veranstalten wir beispielsweise unsere Digitalkonferenz zur Verstätigung der FMD. Unter dem Motto: »Impulsgeber FMD: Angebot & Potenzial − Köpfe & Know-how« berichten wir am 22. April 2021 über unser erweitertes Technologieangebot, aktuelle Forschungsprojekte und wie wir die Herausforderungen der Zukunft annehmen wollen.

Wo möchten Sie als der neue Geschäftsstellenleiter besondere Akzente setzen?

Für mich sind es vor allem drei Aufgabenbereiche, in denen wir als Geschäftsstelle sichtbar werden wollen. Zuerst einmal ist es das aktive Business Development auf der Basis der komplementären Kompetenzen unserer Institute. Das erfordert eine gute Zusammenarbeit auf den als wegweisend erkannten Gebieten. Hier sehe ich die zweite Aufgabe der Geschäftsstelle – die Expertinnen und Experten an einen Tisch zu bringen und ein gemeinsames technologisches Portfolio zu entwickeln. Den dritten Bereich unserer Tätigkeit sehe ich in der Kommunikation und der Sichtbarkeit unseres Leistungsangebots. Ich bin oft erstaunt, wie wenig über zukunftsweisende Ergebnisse der Forschungsarbeit bekannt ist. Daran müssen wir arbeiten, um gemeinsam die Zukunft nachfolgender Generationen zu sichern.

Und zu guter Letzt: Woher kommt Ihre Motivation?

Was mich antreibt, sind sowohl die ganz großen aber auch ganz kleine Themen. Ich denke, dass in einem Land wie Deutschland, Zukunft und Wohlstand kommender Generationen maßgeblich davon abhängen, dass wir den technologischen Fortschritt nicht nur verstehen, sondern selbst mitgestalten. Dass Unternehmen – egal ob große internationale Konzerne oder kleine erst frisch gegründete Startups – den bestmöglichen Zugang zu neuen Konzepten und Lösungen aus der Forschung erhalten. Gleichzeitig empfinde ich es als höchst motivierend mich mit den Forschenden auszutauschen und zu sehen, welche hervorragende Arbeit in unseren Instituten geleistet wird, mit welcher Begeisterung neue Ideen verfolgt und neue Ansätze erprobt werden.

 

Dr. Stephan Guttowski studierte Elektrotechnik an der TU Berlin und promovierte anschließend im Bereich Elektromagnetische Verträglichkeit. Es folgte ein Post-Doc-Aufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) in Cambridge, USA. Nach seiner Rückkehr arbeitete er zunächst im Forschungslabor Elektrische Antriebe der DaimlerChrysler AG und wechselte 2001 in das Fraunhofer IZM. Hier war er zunächst Leiter der Gruppe Advanced System Development, dann übernahm er die Abteilung System Design & Integration. Von Juni 2017 bis Dezember 2020 begleitete er die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) als Technologiepark-Manager für Heterointegration. Seit Januar 2021 leitet er die gemeinsame Geschäftsstelle des Fraunhofer-Verbunds Mikroelektronik und der FMD.