Sensorik und Sensorsysteme / Fraunhofer IIS

Trackingsystem für die Tierforschung

03. April 2020

Die DFG-Forschungsgruppe »BATS – Betriebs-Adaptive Tracking Sensornetze«, an der auch das Fraunhofer IIS beteiligt war, hat ein Trackingsystem für Fledermäuse entwickelt.

© Simon Ripperger
Die hier abgebildete Platine wiegt nur ca. 0,5 g, der fertige, eingehauste Sender in der robustesten Form 1,8 g. Damit werden die Fledermäuse vollautomatisch und sekundengenau überwacht, ohne sie zu beeinträchtigen.
© Simon Ripperger
Fledermaus mit dem Sensor.

Fledermausforschung leicht gemacht

Das Trackingsystem BATS erleichtert die Erforschung sozialer Netzwerke in der Tierwelt. Ein Sensorsystem erfasst automatisch Parameter wie die individuellen Flugbahnen und den Puls der Tiere. Passiert das Tier eine der Basisstationen am Boden, werden die gesammelten Daten automatisch übertragen und weiterverarbeitet. Mit einem Gesamtgewicht von gerade einmal 2 g inkl. Gehäuse und autonomer Energieversorgung eignet es sich auch zur Überwachung kleiner Tiere, ohne sie zu beeinträchtigen.

Fledermäuse – eine herausfordernde Anwendung

Das Trackingsystem wurde in mehreren Feldaufenthalten in Berlin, der Fränkischen Schweiz und Panama an Fledermäusen erprobt und optimiert. BATS liefert eine Technologie, die auch bei anderen Kleinwirbeltieren wie Vögeln oder Eidechsen zum Einsatz kommen könnte. Ebenso ist eine Anwendung zur Überwachung der Gesundheit von Nutztieren zur Verbesserung der individuellen Haltungsbedingungen vorstellbar.

BATS wurde von einer interdisziplinären Forschungsgruppe aus den Bereichen Elektronik, Informatik und Biologie entwickelt; das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS unterstützte die DFG-Forschergruppe bei der Entwicklung der Basisstationen, d.h. der Infrastruktur am Boden, deren vornehmliche Aufgabe das Tracking ist.

Neben dem Fraunhofer IIS waren folgende Partner an dem Projekt beteiligt:

  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU, Projektleitung)
  • Museum für Naturkunde Berlin
  • Technische Universität Braunschweig
  • Universität Paderborn
  • Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
  • Universität Bayreuth