Galileo PRS-Empfänger

23.4.2018

Der Navigationsdienst Galileo PRS (Public Regulated Service) gilt als sicher und störungsresistent. Bisher sind diese Systeme kostenintensiv und nur bedingt für den mobilen Einsatz verwendbar. Gemeinsam mit drei Partnern entwickelt das Fraunhofer IIS eine kostengünstige und kompakte Umsetzung der PRS-Technologie.

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Alles im Blick: Unbemannte Flugkörper ermöglichen das Erfassen von Situationen aus der Vogelperspektive. Mithilfe der »SORUS«- Technologie können sie bald ohne Beeinträchtigung der Flugfähigkeit mit Galileo PRS ausgestattet werden.

© Fraunhofer IIS

Das »SORUS«-Team um Alexander Rügamer wurde bei der European Satellite Navigation Competition 2017 mehrfach ausgezeichnet.

Die bei Galileo PRS eingesetzte Verschlüsselung verhindert das absichtliche Täuschen der Zeit- und Positionserfassung. Außerdem ist das System resistent gegenüber Störsendern und somit qualifiziert für die hochgradig sicherheitskritischen Anwendungen bei staatlichen Behörden. 

Projekt »GUaRDIAn«  

Im Rahmen des »GUaRDIAn«-Projekts (Galileo pUblic Regulated service Digital Asic) wird bis Ende 2019 eine Basisband-Teilkomponente als ASIC/Chipsatz nebst entsprechendem Demonstrator entwickelt.

Aktuelle PRS-Systeme basieren auf frei programmierbaren Logikbausteinen, sogenannten FPGAs. Die minimale Größe beträgt 8 × 5 cm². Die einzelnen Einheiten verbrauchen mindestens fünf Watt. Dadurch ergeben sich besondere Schwierigkeiten bei hochmobilen Anwendungen. Die Komponenten des neuen Systems hingegen sind nicht nur günstiger in der Herstellung; sie lassen sich auch in energieeffizienten Miniaturen einsetzen. Das eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten. Das »GUaRDIAn«-Projekt wird durch das Nationale PRS-Programm finanziert und durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVi) gefördert. Projektträger ist DLR Raumfahrtmanagement. 

PRS-Systeme für den hochmobilen Einsatz

Im Rahmen des »SORUS«-Vorhabens (Spoofing Resistant Unmanned Aerial Vehicles) wurde ein neuartiges PRS-Empfängerkonzept am Beispiel für unbemannte Flugkörper entwickelt. Mit diesen können beispielsweise Feuerwehr oder Rettungsdienst kritische Situationen im Straßenverkehr oder auf Großveranstaltungen besser überblicken. Besonders wichtig war es dabei, die Empfängermasse und                       -größe zu reduzieren, um die Flugfähigkeit nicht zu beeinträchtigen. Dazu werden die sicherheitsrelevanten Verarbeitungsschritte auf eine sichere Umgebung ausgelagert. Die für den PRS-Zugang notwendigen Sequenzen werden dann für jeden Einsatz individuell vorberechnet auf den Flugkörper geladen.