Das letzte Wort … hat heute Jörg Amelung von der FMD

15.12.2017

© privat

Jörg Amelung.

© Fraunhofer IAF

Von Juni bis August fanden in den einzelnen Bundesländern regionale Auftaktveranstaltungen der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland statt. Unser Foto zeigt Jörg Amelung (dritter von rechts), den kommissarischen Leiter der FMD, bei der Veranstaltung am Fraunhofer IAF in Baden-Württemberg.

Herr Amelung, Sie leiten kommissarisch die »Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland« (FMD). Was sind aktuell Ihre Haupttätigkeiten?

Aktuell liegen meine Haupttätigkeiten in der Etablierung der Strukturen und der Besetzung der Technologieparkmanagements. Diese Tätigkeiten waren so natürlich geplant; überraschend waren die zeitlich sehr frühen Anforderungen an ein Marketing mit der Durchführung von bundeslandspezifischen Eröffnungsveranstaltungen. Weiterhin führe ich aktuell die Arbeiten im Technologiepark »Silizium-basierte Technologien«. Dort versuchen wir, die Technologierichtungen an den verschiedenen Instituten zu harmonisieren.

Die FMD ist in vier »Technologieparks« organisiert. Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff »Technologiepark« und welche Aufgaben erwarten Sie hier?

In den Technologieparks werden inhaltlich zusammenhängende Thematiken behandelt. Aktuell gibt es die Technologieparks »Silizium-basierte Technologien«, »Verbindungshalbleiter«, »Heterointegration« und »Design, Test und Zuverlässigkeit«. Durch diese Unterteilung ist ein technologisches Management des Bereichs Mikroelektronik erst sinnvoll möglich. Die Hauptaufgaben der Technologieparkmanager liegen in der thematischen Koordinierung der Investitionen und des Bestands, um technologische Angebote definieren und Synergien identifizieren zu können.

Ein Blick in die Zukunft: Was möchten Sie in fünf Jahren mit der FMD erreicht haben?

In fünf Jahren soll die Forschungsfabrik komplett etabliert sein. Innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft werden größere Projekte einfacher planbar sein und eine synergetische Arbeitsweise herrschen. Im Außenraum soll die FMD als Ansprechpartner für technologische Spitzenforschung bekannt und mit europäischen Partnern vernetzt sein.

Welches Projekt von Kollegen aus anderen Fraunhofer-Instituten finden Sie besonders spannend?

Hochinteressant sind für mich alle Projekte, die sich aktuell mit dem autonomen Fahren und E-Mobilität beschäftigen. Die Veränderungen in diesem Bereich werden unser aller Leben in den nächsten 15 – 20 Jahren massiv verändern und stellen somit einen interessanten Forschungsbereich dar.

Welche Erfindung möchten Sie im Alltag nicht mehr missen?

Navigationsgeräte. Ich komme noch aus einer Zeit, in der man Reisen vorgeplant und sich Karten von allen möglichen Bereichen besorgt hat. Man wundert sich heute, dass wir damals alle Ziele gefunden haben.

Wofür hätten Sie gerne mehr Zeit?

Ich würde gerne noch mehr Zeit mit Freunden verbringen und das Leben neben der Arbeit genießen.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Das letzte Buch war »Der Schwarm« von Frank Schätzing, welches ich schon einmal gelesen hatte. Auch beim zweiten Mal ein sehr gutes Buch.

Und zu guter Letzt: Verraten Sie uns noch Ihr Lebensmotto?

Ein wirkliches Motto zu finden ist schwierig, am ehesten leitet mich die Frage »Wie geht’s weiter?« Und vielleicht das legendäre Zitat aus Per Anhalter durch die Galaxis: »Die Antwort auf die große Frage nach dem Leben, dem Universum und allem lautet... 42!«

 

Zur Person:

Jörg Amelung schloss sein Studium der Physik 1993 an der Universität Duisburg ab und arbeitete hiernach im Fraunhofer IMS in Duisburg. Im Jahre 1998 wechselte er zum Fraunhofer IPMS in Dresden und leitete dort die Technologieabteilung des Instituts. In der Folge baute er das »Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden« (COMEDD) auf. Im Jahre 2009 gründete er die Tridonic Dresden, ein Joint Venture für OLED-Beleuchtungskomponenten der Zumtobel Gruppe und der Fraunhofer-Gesellschaft, dessen Leitung er auch innehatte. Im Jahre 2013 wechselte er als Programm-Manager zur Tridonic Dornbirn. Seit Ende 2014 war er als MEMS Business Manager am Fraunhofer IPMS beschäftigt und ist seit April 2017 Technologieparkmanager und kommissarischer Leiter der FMD innerhalb des Fraunhofer-Verbunds Mikroelektronik mit Sitz in Berlin.